Quäker-Hilfe-Stern
Quäker-Hilfe e. V.

Das Hilfswerk der deutschen Quäker




PECEP-Kindergärten - Arbeit mit Kindern in Gaza



Hintergrundinformation

Der Gazastreifen war von 1948 bis 1967 unter ägyptischer Verwaltung, abgesehen von einer kurzen Periode zwischen 1956 und 1957. Danach wurde er von Israel besetzt. Seit Frühjahr 1994 gehört das Gebiet zur Palästinensischen Autonomiebehörde. Die Bevölkerung wird auf über 1,4 Mio. Einwohner geschätzt, wovon fast 900.000 registrierte Palästina-Flüchtlinge sind. Das Gebiet zählt zu den dichtest besiedelten der Erde.


Lebensbedingungen in Gaza

Etwa 80 % der Bevölkerung sind Flüchtlinge in der zweiten Generation. Über die Hälfte der Flüchtlingsbevölkerung wohnt in acht Flüchtlingslagern. Die Arbeitslosigkeit beläuft sich auf über 50 %. Der Gazastreifen hat eine Länge von 41 und eine Breite von sechs bis zehn Kilometern. Bedingt durch die äußere politische und wirtschaftliche Situation gibt es nur eine rudimentäre Infrastruktur. Seit 1949 kümmert sich
UNWRA, das Hilfswerk der Vereinten Nationen, um das Unterrichtswesen. Sie ist auch zuständig für die Gesundheitsfürsorge.


PECEP (Palestinian Early Childhood Education Programme)

1973 wurde die Nichtregierungsorganisation PECEP vom amerikanischen Quäkerhilfswerk AFSC eingerichtet und in den folgenden Jahren ausgebaut. PECEP bedeutet Palestinian Early Childhood Education Program (etwa palästinensisches Programm für Vorschulerziehung) und unterhält 13 Kindergärten in acht Flüchtlingslagern. Seit 1993 ist die Verantwortung und Aufsicht über die PECEP Kindergärten auf den Palestinian Administrative Board Council übergegangen.


Hauptanliegen von PECEP

Vier bis sechs Jahre alte Kinder werden in die Kindergärten aufgenommen und mit modernen, ideologiefreien Unterrichtsmethoden auf den Eintritt in eine UNWRA-Grundschule vorbereitet. Mit teilweise selbst angefertigten Materialien schaffen es die Vorschullehrerinnen an Lerninhalte heranzuführen. Sie bemühen sich um Erziehung zum Frieden. Für viele Kinder ist dies ein sicherer Hafen, wo sie wirklich Kind sein dürfen. Zur Zeit können 1.750 Kinder in diesem Programm betreut werden. Außerdem will PECEP palästinensischen Frauen eine sinntragende Beschäftigung gewährleisten. Die Kindergärten bieten an sechs Tage in der Woche ein Halbtagsprogramm. Allen Flüchtlingsfamilien wird die Möglichkeit zur Anmeldung zu den Programmen gegeben. Eltern entrichten 1/3 der jährlichen Gebühren, In begründeten Fällen werden ihnen diese erlassen.


Weitere Angebote von PECEP
  • Resource Centre:
    Dieses Zentrum dient der internen Lehrerfortbildung.
    PECEP bietet Schulung auch für Mitarbeiter anderer Kindergärten an, zum Beispiel ein Training für Lehrer, die mit traumatisierten Kindern arbeiten.
  • Integration von behinderten Kindern:
    Es gibt ein Programm, das besonders Kinder mit Behinderung fördert. Es ist geplant, weitere Plätze einzurichten.
  • Krippenplätze für jüngere Kinder:
    PECEP ermöglicht Krippenplätze für zwei Gruppen, wo jüngere Kinder betreut werden. Ziel ist, Müttern den Weg ins Erwerbsleben zu erleichtern.


Projektförderung der Quäker-Hilfe

Quäker-Hilfe e. V. fördert PECEP seit 2000. Wir möchten einen nachhaltigen Beitrag für dieses fortschrittliche Projekt leisten, denn diese Maßnahmen ermöglichen eine Erziehung zum Frieden und zur Verständigung und fördern moderne Unterrichtsmodelle. Sie bilden einheimische, nicht ideologisch geprägte Erziehungslehrkräfte heran und rücken die Bedeutung frühkindlicher Erziehung in das Blickfeld der Palästinenser. Gerade Kinder in krisengeschüttelten Gebieten der Erde verdienen unsere Aufmerksamkeit. Bildung und ein friedliches Miteinander sind ihre Chance und ihre Zukunft.